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Die österreichische Designer-Gruppe Eoos betritt die Alessi-Bühne mit einem universellen Verkostungsglas. „Ich liebe den Humor dieses Glases, der in seinem paradoxen Ansatz liegt, aber auch die Stichhaltigkeit des Entwurfs, mit der ein beinahe zur Groteske gewordenes Thema der Weinkultur umgekehrt wurde: die Tendenz zur analytischen Behandlung von Verkostungsgläsern. Ich weiß noch, was mir der verstorbene italienische Önologe Luigi Veronelli auf seine polemische Art über diesen analytischen Ansatz verriet: Um ihn theoretisch zu erfüllen, müsste man diesen Ansatz, der dazu geführt hat, dass ein wahrer Weinkenner heute für beinahe jede Art von Wein ein spezielles Glas in seinem Sortiment haben muss, so weit fortführen, bis auch die Weine derselben Art, doch von unterschiedlichen Herstellern ihre eigenen Gläser haben…nicht zu vergessen die verschiedenen Jahrgänge des gleichen Weins und Herstellers! Das universelle Verkostungsglas von Eoos zeichnet sich durch seine zwei unterschiedlich geformten Ränder aus: Auf der einen Seite ist der Rand nach innen gebogen (um die Aromen im Glas zu halten und zu verdichten), die andere Seite öffnet sich nach außen hin (um die Aromen atmen zu lassen). Somit bietet sich das Glas optimal zur Verkostung einer beträchtlichen Anzahl verschiedener Weine an, man muss es einfach nur zur anderen Seite drehen… Das ist aber noch nicht alles. Lesen wir, was die Designer zu ihrem Entwurf zu sagen haben:“ „Wir haben das Glas gestern Abend an einem (jungen) Barbaresco von eher rauem Charakter ausprobiert. Es war interessant festzustellen, dass der Wein auf der (nach innen gebogenen) Rotweinseite einen recht neutralen Geschmack hatte, für den er allgemein bekannt ist. Auf der weichen (nach außen gebogenen) Weißweinseite nahm er jedoch einen ziemlich derben Geschmack an, und die verschiedenen Aromen traten sozusagen getrennt auf. Als wir den Wein jedoch da probierten, wo die beiden Seiten aufeinander treffen, schmeckte er überraschend weich und ausgewogen. Was uns interessiert ist die Tatsache, dass der Prozess der „Weinkreation“ sich in diesem Glas poetisch betrachtet noch im Entwicklungsstadium befindet. Wenn man die verschiedenen Eigenschaften des Glases ausprobiert, hat man das Gefühl, das Ergebnis der Verkostung ebenso zu beeinflussen, wie der Weinbauer während des Gärprozesses. Unserer Meinung nach kann sich das Publikum auf diese Art mehr in die Verkostung einbringen. Wir wollen, dass die Menschen Freude an diesem Glas haben, anstatt ihnen etwas beizubringen…“ Harald Grundl/Eoos
Die Ernsthaftigkeit dieses Projekts von Eoos, aber auch der Humor und das Exzentrische dahinter erinnern mich an mein eigenes privates Weinanbauprojekt, ein recht ambitioniertes Unterfangen, das mein Schicksal im Verlauf des gesamten gegenwärtigen Jahrzehnts bestimmt hat und in wenigen Jahren endlich offiziell das Licht der Welt erblicken wird. Aus diesem Grund habe ich das Glas feierlich „Alberto’s Vineyard“ (Albertos Weingut) getauft. Ich hoffe, dass dieser Name beiden Projekten Glück bringt!
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